Mittag in Utopia – by Angela Röpke

Ein Gedicht zur Schiefergasförderung

Ein Blick zur Uhr, Mittag.
„Was ist Laub, Mama, sag?“
Ich koche meinem Kind ein warmes Essen.
Ein Gutes, was für ihm angemessen.
Mit dem Kochlöffel in der Hand.
Mein Kind, sieht übern Tellerrand.
„Nachdenken muss ich.“
Eine Frage die nicht von mir wich.
„Kind, ich habe keine Antwort.
Halt! Doch! Es gab da einen Ort.
Bäume- vergnügte die im Auto fuhren.
Der Wind streifte über blühende Felder.
Azurblau, umwog dunkle grüne, Wälder.
Des Teufels Gas verwischte Lebensspuren.
Wasser, giftig, Raupenkettenglieder,
walzen unsere Wälder nieder.
Schiefergas unsere Häusern voller Risse.
Erdgas Fieber ein Wort auf das ich pisse.
Betroffene Menschen irren obdachlos,
frierend ohne Schuh, mit den Händen bloß,
gehen sie hamstern, betteln und haussieren.
Um im kalten Trost nicht zu erfrieren.
Plündern, klauen, wie einst die Züge.
American Dream, für uns nur Lebenslüge.
Schiefergas, verbittert uns Energieverehrer.
Erschöpft wie einst die Kriegsheimkehrer.
Kind, Laub sind Legenden und Sagen,
aus nie erlebten Tagen.
Das Grün, das Laub, lebt nur im Gedicht.
Eben Poesie in Märchenbuchgewicht.
Wir werden immer mit Waffen sprechen.
Seelen, werden wir immer wieder brechen“.
Trauer ummalt meine Worte.
„Kind! Ich kenne keine grünen Orte.
Kind! Blumen, Laub, ist niemals wahr“.
Mama! leben wir in Utopia?

Verfasser: Angela Röpke aus Hermsdorf