Dierk Spreen

Science-Fiction: Moderne jenseits der Utopie

Inhalt:

Im Vortrag werde ich Science-Fiction und Utopie in der Absicht voneinander unterscheiden, einen angemessenen soziologischen Begriff der SF zu entfalten. Daran anschließend entfalte ich kurz vier Aspekte der kulturellen Bedeutung von SF in der Moderne. Ergebnis dieser Überlegungen ist die These, dass SF eine wichtige kulturelle Ressource für die sowohl individuelle wie gesellschaftliche Kompetenz darstellt, mit Modernität umzugehen.

 

Thesen:

1) In der Science-Fiction ist die Dystopie nur eine Form, um die utopische Methode anzuwenden.
2) Die postatomaren SF-Filme der 1980er Jahre verklären  das dystopische Szenario und betrügen. Nach der Bombe (dem atomaren Overkill) weiterleben zu können, verharmlost und ästhetisiert die Qualität der Selbstbedrohung der Gattung.

 

Forschungsschwerpunkte:

Krieg, Gewalt und globale Sicherheit. Meine Arbeiten zu diesem Forschungsfeld politischer Soziologie untersuchen die Veränderung von Gewaltdiskursen, die Erfahrungsweisen kriegerischer Gewalt und die Konstitutionsfunktion des Krieges für moderne Gesellschaften. Wie verändern sich Sicht- und Thematisierungsweisen von Gewalt? Inwiefern sind soziale Bedeutungen von Gewalt diskursiv konstruiert? Welche Rolle spielen körperliche Gewalterfahungen im Rahmen sozialer und kultureller Gewaltdeutungen? Inwiefern kann von einer „konstitutiven Funktion“ des Krieges für moderne Gesellschaften gesprochen werden? Befinden sich die westlichen Zivilgesellschaften seit den Anschlägen auf das Word Trade Center wirklich in einem globalen „permenanten Ausnahmezustand“, wie eine Reihe von Autoren behaupten oder muss die „Sicherheit der Weltgesellschaft“ in neuen Kategorien gedacht werden?
Vita:

Soziologe mit den Schwerpunkten Allgemeine  Soziologie, Politische Soziologie und Mediensoziologie. 2006 in Paderborn habilitiert mit einer Schrift zu Krieg und Gesellschaft. Vertritt derzeit eine Professur für  Kommunikationswissenschaft an der Leuphana Universität Lüneburg.

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Letzte Publikationen (kl. Auswahl):

Zusammen mit dem kürzlich verstorbenen Soziologen Trutz von Trotha „Krieg und Zivilgesellschaft“ (Sammelband, Berlin, Duncker & Humblot) und zusammen mit Herbert M. Hurka „Kittler“ (Sammelband, Berlin: Ästhetik & Kommunikation 158/159).

 

Link:

www.dierkspreen.de